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Backyard-Ultramarathon-Test

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Am 28. Dezember wollte ich mir noch ein Jahreshighlight setzen und organisierte mir kurzfristig einen eigenen Backyard-Ultramarathon.

 

Aber was ist denn überhaupt ein Backyard-Ultramarathon?

 

Der Backyard Ultra ist eine extreme Form des Langstreckenlaufs über eine unbeschränkte Zahl an Runden, bei dem eine Runde 6,706 Kilometer lang ist, und die Läufer jeweils genau eine Stunde Zeit haben, um je eine Runde zu laufen. Die Länge der Runde ist so gewählt, dass in 24 Stunden 100 Meilen zurückgelegt werden.

 

Ich wollte das Ganze mal testen und vor allem sehen bzw. merken, was die Pausen mit mir machen. Eine Stunde brauche ich ja eigentlich nicht für 6,7 Kilometer. Ich scheibe euch gleich mal meine acht geplanten und tatsächlich gelaufenen Runden:

 

1. Runde:         6,74 km          39:07 min.       Schnitt: 5:48/km            Pause: 20:53 min.

2. Runde:        6,73 km           41:24 min.        Schnitt: 6:09/km            Pause: 18:36 min.

3. Runde:        6,74 km          47:21 min.        Schnitt: 7:01/km            Pause: 12:39 min.

4. Runde:        6,75 km           45:08 min.       Schnitt: 6:41/km            Pause: 14:52 min.

5. Runde:        6,74 km          44:07 min.      Schnitt: 6:33/km            Pause: 15:53 min.

6. Runde:        6,72 km          44:34 min.       Schnitt: 6:38/km            Pause: 15:26 min.

7. Runde:        6,73 km           51:25 min.        Schnitt: 7:39/km            Pause: 08:35 min.

8. Runde:        6,71 km           56:08 min.      Schnitt: 8:22/km            Rest: 03:52 min.

Gesamt:          53,86 km         6:09:14 h         Schnitt: 6:51/km            Pausen: 1:50:46 h

 

Die erste Runde war somit meine schnellste. Da war ich ab 8 Uhr auch noch alleine und irgendwie viel zu früh am Start bei meinen Schwiegereltern. Dort habe ich alles für die Pausen bereitgelegt. Essen, Getränke teilweise auf einer Biergarnitur in der Garage, Wechselklamotten im Arbeitszimmer. Das Warten auf die volle Stunde war bei jeder Runde sehr komisch. Aber dann ging es immer gut los.

 

Ab der zweiten Runde hatte ich Begleitung. Erst mit Basti, u. a. Finisher eines Everesting-Laufs, also einem Lauf mit 8.848 Höhenmetern. Auch völlig crazy, aber geil! Sein Einstieg war auch gut, denn das Tempo hätte ich nie halten können. Ich habe seit dem FSM keine langen Läufe mehr gemacht und knackte an dem Tag dann auch irgendwann erst die 1.000 Jahreskilometer.

 

Mit Ulf, Angi, Reiner und Maria kamen dann weitere erfahrene Ultraläufer dazu. Die Gespräche waren toll, die km purzelten. Runde für Runde fühlte sich auch in dem ungewohnt langsamen Tempo richtig an. Schließlich startete ich bei Minus 5 Grad und viel wärmer wurde es auch nicht.

 

Bis Ende der 6. Runde fand ich alles soweit okay. Da hatte ich immerhin schon 40,2 km in den Beinen, den ein oder anderen Toilettengang, Hinsetzen und Aufstehen zum Suppe essen meines Schwiegerdads. Dann verabschiedete sich Christian, der dieses Jahr einen Halbmarathon finishen will und ich stellte mich darauf ein, dass ich nun wieder alleine unterwegs sein werde.

 

Doch da klopfte es am Garagentor und mein Kegel- und Lauffreund Reinhold stand vor mir. Toll. Ohne ihn hätte ich diese letzten beiden Runden nicht überstanden. Das Anlaufen war gar nicht das Problem, aber mein linkes Knie zwickte so sehr. Es war nur noch der Kampf gegen den Körper, dem es eigentlich reichte. Vor allem die letzte Runde hatte es in sich. Ich hielt mich zwar immer auf Kurs mit knapp unter 8:30/km, aber es war ein Wechsel zwischen Gehen und Joggen gepaart mit super Ablenkungsthemen meines Mitläufers und so hatte ich dann tatsächlich auch zum Schluss noch einen kleinen Puffer.

 

6 bis 8 Runden waren geplant – 8 Runden wurden gelaufen. Eine Neunte wäre an diesem Tag, genau ein Jahr nach meinem Handbruch, nicht machbar gewesen. Musste es aber nicht. Test bestanden. 2025 vielleicht einen Backyard als Wettkampf? Eventuell. Wenn es die Zeit dafür gibt. Auch ohne großes Training kann ich zumindest eine gewisse Stecke wie einen Marathon laufen.

 

2024 waren es am Ende 1.022 Jahreskilometer und somit genau einer mehr als 2023. Trotz gebrochener Hand und fünf Wochen Pause zu Jahresbeginn war ich somit zufrieden.

 

Das ist die Laufgeschichte 2024. Am 29. Dezember änderte sich allerdings vieles und auch mein Blickwinkel, sodass ich diese Zeilen tatsächlich erst Anfang Februar 2025 schreibe.

 

Einer meiner besten Freunde, mein Dad… ich will hier an dieser Stelle nicht zu viel schreiben. Eine Woche nach meinem Lauf hat er uns verlassen. Ich weiß, dass er nun von weiter oben jeden Lauf, jede verrückte Idee, einfach alles von mir verfolgt. Er war zwar selten bei sportlichen Events in meinem Leben dabei, aber dennoch stets ein Supporter, der stolz darauf war, was ich so trieb.

 

Mit dieser traurigen Nachricht möchte ich nun abschießen. Ich danke euch allen die mich unterstützen, spenden (2024: 559,84 Euro für Ein Herz und vier Pfoten – sorry, dass ich dieses Jahr so wenig Werbung gemacht habe), mögen und was auch immer.

 

Bis dahin

 

Viel Spaß beim Sporteln!

 

Euer Parzi

 

 

Anbei ein Bild meiner Laufstrecke von 6,7 Kilometern